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Highspeed-Internet bis 2018 in ganz Deutschland?

Telekomwerbung

So wirbt seit Neuestem wieder die deutsche Telekom um ihr hochwohlgepriesenes High-Speed-Inernet. Erhalten habe ich diese Adventsüberraschung per E-Mail am 3.12.2017. Leider entfachte dieses Thema wieder meine innere Wut, die immer dann entsteht, wenn ich mir die vollmundigen Lobpreisungen unserer hochbezahlten Internetspezialisten zum Highspeed-Netz in den Medien anhören muss. Dabei spricht die Realität doch eine ganz andere Sprache.

Zirka 46% der deutschen Haushalte haben noch Download-Bandbreiten zwischen 6 und 16 Mbit/s (Stand 2016). Die Anzahl derer, die noch weit darunter liegen, wird schon gar nicht mehr genannt. Die Zahl der "Highspeed"-Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von über 50 Mbit/s lag 2016 bei ca. 7%. Ein Wahnsinnsanteil! Nun steht ja der Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland schon längere Zeit auf dem Programm und selbst unsere "Volksvertreter" sprechen vollmundig vom kompletten Netzausbau auf 50 Mbit/s bis 2018. Wohlgemerkt, sowohl auf dem Land als auch in der Stadt. Das merken wir uns erst mal! Wenn wir uns anschauen, wo Deutschland im weltweiten Vergleich liegt, auch wenn es hier "nur" um den Ausbau mit Glasfaser geht, kann man nur mitleidig lächeln oder wieder die Wut kriegen.Internetvergleich

Die Grafik dazu sagt alles (Quelle: Internet). Würde ich in einem Wettbewerb etwa an dieser Stelle stehen, würde ich mich still in eine Ecke verziehen und nicht noch vollmundig für etwas werben, was ich eh nicht halten kann. Oder denkt jemand, dass extra wegen einer Hand voll Internetsurfer, die ihr Internetdasein in einer abgelegenen Gegend Deutschlands fristen müssen, der Telekomkönig extra ein Kabel zieht oder einen Verstärker einbaut? Ich glaube nicht dran.

Die Bundesnetzagentur versucht auch, in dem Highspeeddilemma etwas mitzumischen. Deshalb hat sie jüngst die minimale Bandbreite von 1 Mbit/s auf 30 Mbit/s angehoben. Toll! Nur ich habe davon nix. Deswegen rödelt mein Internet immer noch mit antiken Geschwindigkeiten daher. Vorwärts zu neuen Qualitäten. In einem Interview mit der Berliner Zeitung mit Deutschlands Telekom-Boss Niek van Damme zeigte sich dieser nicht gerade von einer optimistischen Seite, wenn es um die Realisierung von hohen Übertragungsgeschwindigkeiiten in Deutschland geht. Seine Stellungsnahmen zu diesem Thema sind weitestgehend schwammig und wage. Wer klare Worte erwartet hätte, wird bitter enttäuscht. Das Interview kann man hier nachlesen, man kann es aber auch sein lassen.

Nun hat sich speziell in meiner Region Sonneberg in jüngster Vergangenheit wahrlich etwas getan. Viel war's nicht, aber es wurden heimlich an allerlei Straßenecken diverse Löcher gebuddelt und Kabel darin versteckt. Vielleicht hat's ja mit dem Internet zu tun? Das ist nun aber schon wieder etwas her. Da liegen sie erst mal, die Kabel (oder was anderes). Schau mer mal, was daraus wird. Fragt man mal tiefer, weiß niemand was konkretes zu sagen. Also nutze ich das langsame Internet und befrage mal den Breitbandatlas wie weit es denn so ist mit der Highspeed. Ich hätte es lassen sollen, denn es treibt mir - zumindest bei der Auskunft zu meinem Standort - die Tränen in die Augen. Da klingt der Werbeslogan der Deutschen Telekom (siehe oben) "Ziel ist es, allen Menschen einen möglichst schnellen Internetanschluss zu bieten" wie ein Hohn und meine Wut erreicht einen weiteren Höhepunkt.

Die Summe aller Eindrücke, Gespräche und Nachforschungen in der jüngsten Vergangenheit zum Thema schnelles Internet lassen mich hier zu dem Schluss kommen, dass ich in einem Jahr noch genauso blöd dastehe, wie jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, also Ende 2017. Ich glaube im Moment einfach nicht mehr daran, dass wir am Hightspeedinternetarsch der Welt auch mal am schnellen Surfen teilhaben können. 

Telekom WerbungTrotzdem bietet die Telekom - wieder mal - an, sich für das superschnelle Internet als Interessent vormerken zu lassen. An solche sinnlosen Aktionen, welche die TK überhaupt nicht interessiert (zu unwirtschaftlich), erinnere ich mich noch, 10 Jahre oder länger ist das wohl her. Was für eine Schande. Getan hat sich jedenfalls nicht viel.  In meinem Ort jedenfalls tümpeln sehr viele noch mit gerademal 1MBit/s daher, obwohl wir seit Jahren schon für 16MBit/s bezahlen. Sind wir aber selbst schuld, bis zu 16MBit/s heißt es ja so schon in den Verträgen. Da muss sich niemand dran halten, ein paar Bits pro Sekunde mehr zu realisieren.

Ist diese Sutuiation beim schnellen Internet nun eine Schande oder nur ein Armutszeignis im wohlgepriesenen Deutschland? Da ist die neuliche Telekom-Info ein echter Schlag ins Gesicht aller hoffnungslosen Langsamsurfer, wenn es dort wörtlich heißt: "Wie Sie wissen, sind die neuen MagentaZuhause Tarife bei Ihnen aktuell noch nicht verfügbar, doch wir arbeiten mit Hochdruck an unserem Breitbandausbau. Weitere Informationen zum aktuellen Ausbaustatus in Ihrer Region erhalten Sie unter www.telekom.de/schneller".

Klickt ruhig mal drauf auf diesen Link! Kann ja nicht schaden. Ich hab's getan und durfte, wie schon öfters, ein hübsches Formular ausfüllen, welches mich an Interessent für ein schnelles Internet vormerkt. Was für ein Hohn! Vielleicht muss das aber so sein, weil die Telekom noch gar nicht weiß, dass ein schnelles Internet mittlerweile zu einem Grundbedürfnis aller Internetbenutzer geworden ist. Da brauche ich doch nicht erst zu fragen, oder sehe ich das falsch?

Zum Schluss entpuppt sich diese ganze Werbekampagne aber auch nur wieder als Aufforderung, sich rechtzeitig zu einem neuen (teurerern) Tarif bei der Telekom vormerken zu lassen. Originalzitat Telekom: "Sobald Sie Ihren neuen Highspeed-Tarif bestellen können, informieren wir Sie umgehend."

 

Vielen Dank auch. Dann werde ich mal weiter hoffen und warten....

Siegfried Wolfram

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